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Ich habe einen wichtigen Auftritt vermasselt!

Aktualisiert: 3. Aug. 2025


Der Umgang mit Selbstkritik und der Weg aus dem Tief (eine persönliche Erfahrung und praktische Tipps)


Letzte Woche habe ich einen Auftritt so richtig vermasselt. Trotz gründlicher Vorbereitung haben mich meine Nervosität und der hohe Anspruch, perfekt zu performen, völlig übermannt – und es ging schief.


Als der Auftritt beendet war, überkam mich sofort eine Welle aus Scham und Selbstkritik: "Wie konntest du nur so versagen?" – "Warum hast du nicht besser geübt?" – "Was müssen die Leute jetzt von dir denken?".


Diese negativen Gedanken kreisten endlos in meinem Kopf und ließen mich nicht los.


Warum uns ein Fehlschlag so mitnimmt

Nach einem misslungenen Auftritt ist es völlig normal, sich niedergeschlagen zu fühlen. Unser Gehirn ist von Natur aus darauf programmiert, Fehler stärker wahrzunehmen als Erfolge – ein Phänomen, das in der Psychologie als Negativitätsbias bekannt ist (Baumeister et al., 2001). Doch genau hier liegt die Chance: Indem wir bewusst mit der Situation umgehen, können wir lernen, unsere Selbstkritik in konstruktives Wachstum zu verwandeln.

Hier sind einige bewährte Strategien, die dir helfen können, nach einem Rückschlag wieder in deine Kraft zu kommen.

 

1. Annahme der Realität und klärende Fragen

Zunächst ist es wichtig, die Situation anzunehmen, statt gegen sie anzukämpfen. Akzeptiere, dass dieser Auftritt nicht nach Wunsch verlaufen ist – und dass das in Ordnung ist!

🔹 Gefühle benennen und akzeptieren: Bist du wütend, enttäuscht oder frustriert? Studien zeigen, dass das bewusste Benennen von Emotionen hilft, sie schneller zu verarbeiten (Lieberman et al., 2007).

🔹 Emotionen ausdrücken: Sprich mit einer vertrauten Person, schreibe deine Gedanken auf oder gönn dir einen bewussten Moment der Reflexion. Emotionale Entlastung ist essenziell, um wieder nach vorne zu blicken.

🔹 Bewusstes Umlenken der Gedanken: Setze dir eine Zeitgrenze für das Grübeln – und entscheide dann aktiv, dich neu auszurichten.

 

Praktische Impulse zur Perspektivwechsel:

  • Physische Bewegung: Spazierengehen, Sport, Atemübungen oder Meditation helfen, Stresshormone abzubauen.

  • Bewusste Ablenkung: Musik, inspirierende Videos oder Aktivitäten, die deinen Fokus erfordern.

  • Relativieren: Frage dich: „Ist das wirklich das Schlimmste, das mir je passiert ist?“

  • Langfristige Perspektive: „Wird dieser Moment in einem Jahr noch von Bedeutung sein?“

  • Von Subjektivität zu Objektivität: War der Auftritt wirklich so schlimm, oder bin ich selbst mein schärfster Kritiker? Oft empfinden andere uns als authentischer, wenn wir nicht perfekt sind.

  • Tiefere Glaubenssätze hinterfragen: Hast du das Gefühl, immer perfekt sein zu müssen, um wertvoll zu sein? Solche Muster können unbewusst unsere Selbstwahrnehmung beeinflussen.

  • Den Blick auf das Positive richten: Gibt es etwas, das du aus dieser Erfahrung lernen kannst?

 

2. Selbstmitgefühl statt Selbstkritik

Einer der wirkungsvollsten Wege aus der negativen Spirale ist Selbstmitgefühl (Neff, 2011). Anstatt dich weiter zu verurteilen, frage dich:

"Wie würde ich mit einem guten Freund sprechen, der in meiner Situation ist?"

Würdest du ihn kritisieren oder ermutigen? Behandle dich selbst mit der gleichen Freundlichkeit. Wenn sich die negativen Gedanken wieder einschleichen, sage dir bewusst: STOPP! Unterbrich das Muster aktiv und erinnere dich daran, dass du nicht allein bist.

 

3. Vom Scheitern zum Lernen – konstruktive Reflexion

Ein Rückschlag ist auch eine Chance, zu wachsen. Entscheidend ist, dass du aus der Erfahrung lernst, anstatt sie als persönliches Versagen zu sehen.


Objektive Analyse:

  • Was genau ist schiefgelaufen?

  • Gab es äußere Faktoren, die du nicht kontrollieren konntest?

  • Was lief trotz allem gut?


Konkrete Verbesserungsmaßnahmen:

  • Wie kannst du dich gezielt weiterentwickeln?

  • Könnte mehr Übung oder mentales Training helfen?

  • Gibt es professionelle Unterstützung, die du in Anspruch nehmen kannst?


Positive Visualisierung:

Studien zeigen, dass mentale Vorstellungskraft einen erheblichen Einfluss auf die tatsächliche Performance hat (Taylor & Pham, 1996). Stelle dir vor, wie dein nächster Auftritt gelingt – wie du souverän und gelassen auftrittst und das Publikum mitreißt.


Fazit: Dein Weg nach vorn

Ein missglückter Auftritt ist nicht das Ende der Welt – er ist eine Gelegenheit, dich selbst besser kennenzulernen und weiterzuentwickeln. Indem du bewusst mit der Situation umgehst, emotionale Resilienz aufbaust und dich auf konstruktives Wachstum fokussierst, wirst du nicht nur diesen Rückschlag überwinden, sondern langfristig stärker und selbstbewusster auftreten.




🌟 Denke daran: Jeder Fehler ist eine Brücke zum Erfolg – wenn du bereit bist, ihn als Lernchance zu sehen.

Bleib mutig, sei nachsichtig mit dir selbst und nutze jede Erfahrung als Sprungbrett für deine persönliche und berufliche Entwicklung. 🚀

 
 
 

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